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Zurück zum Leben (lifechannel.ch)

 

Das Thema Depression ist mit viel Scham behaftet, vor allem bei Männern. Ein Mann bekommt ein Burn-out, aber doch nicht eine Depression …

Pfarrer Max Hartmann kennt solche Gedanken. Er kämpft nämlich selbst mit dieser Krankheit. Die ersten Anzeichen tauchten auf, als er etwa 40 Jahre alt war. Die Diagnose des Facharztes war zum einen eine Erleichterung, zum andern ein grosses Fragezeichen: Wie weiter?

Der Auslöser für die Depression war ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit, nämlich der Tod seines älteren Bruders. Über seine Krankheit hat Hartmann das Buch «Zurück zum Leben» veröffentlicht.

 

HILFE IN ANSPRUCH NEHMEN

Zurück zum Leben!

 

 

Interview Jonas Baumann-Fuchs, Leiter Verlag MOSAICSTONES, mit Max Hartmann, Autor

 

Du schreibst ein Buch über deine Depression und hilfst damit, Menschen für psychische Krankheiten zu sensibilisieren. Hat es dich viel Überwindung gekostet, so offen über deine Krankheit zu reden?

 

Seit Jahren schreibe ich Tagebuch, was mir gerade in schwierigen Zeiten als Verarbeitung meiner Erlebnisse guttut. Das tat ich auch während der vielen Monate der akuten Phase meiner depressiven Episode. Mein Mentor hat mich ermutigt, diese Einträge zu veröffentlichen. Das Verfassen des Buches war allerdings eine herausfordernde Aufgabe. Zum ersten Mal entstand für mich ein umfassender Überblick über mein Ergehen in dieser Zeit.

Ich habe bewusst seit Beginn eine offene Kommunikation über meine Erkrankung gegenüber meinem Umfeld gepflegt, auch gegenüber den Behörden und der Kirchgemeinde. Das hat sich bewährt und hat sogar bei einigen ausgelöst, sich mit ihren eigenen depressiven Erfahrungen mir zu öffnen.

Dennoch kam mir mein Erleben erneut sehr nahe und hat «Flashbacks» ausgelöst, in denen ich in mein damaliges Ergehen versetzt wurde. Ich habe für das Verfassen des Buches eine gewisse Distanz gebraucht. Bei der Schlusskorrektur musste ich zwischendurch eine Pause machen, da ich einen leichten depressiven Rückfall erlitt. Die damaligen Erlebnisse haben mich psychisch überflutet.

Zwischendurch hatte ich auch Zweifel. Kann und will ich das alles so persönlich  verfasst veröffentlichen? Doch gerade die Offenheit kann vielen hilfreich werden und ist für sie und mich wertvoll. Männer sind zudem in diesem Bereich oft sehr verschwiegen. Eine Depression ist mit einer gewissen Scham verbunden. Ausgerechnet mir passiert so etwas! Habe ich versagt?

  

Wissen von Betroffenen wird zunehmend auch als «therapeutische Hilfestellung» eingestuft. Was hast du selbst von anderen erkrankten Menschen gelernt?

 

Schon vor einigen Jahren lass ich das Buch «Hart und herrlich – Nachdenken im Leiden». Es wurde von meinem Pfarrkollegen Hans-Rudolf Bachmann verfasst, den ich persönlich kenne. Als ich selbst von meiner Depression eingeholt wurde, las ich es nochmals. Es half mir zu verstehen, was ich erleide, und gab mir wertvolle Anregungen. So entschied ich mich, regelmässig das seelsorgerliche Gespräch mit ihmi zu suchen. Ein entscheidender Rat war, zu lernen, nach meiner Episode anders in meiner Lebensweise voranzugehen. Ich muss akzeptieren, dass ich nicht mehr dieselbe Kraft wie zuvor habe. Ich darf auch ja sagen zu meiner Einschränkung. Sie macht mein Leben wertvoll und bewahrt mich vor Rückfällen.

Ich bin dankbar, dass ich mit Einwilligung meiner mir vorgesetzten Behörde das Pensum auf 80 Stellenprozente reduzieren konnte und bestehende Konflikte im Arbeitsumfeld angepackt und bewältigt wurden.

Sehr wertvoll waren mir die Bücher von Andreas von Heyl, der leider nach kurzer und schwerer Krankheit 2016 verstorben ist. Er hat die erste Studie im deutschen Sprachraum zum Thema «Burnout und Pfarramt « und «Das Anti-Burnout-Buch für Pfarrerinnen und Pfarrer» verfasst. Ich konnte ihn für eine Weiterbildungstagung der Schweizerischen Pfarrgemeinschaft gewinnen, in der ich viele Impulse erhielt, die für mich wegleitend geworden sind.

Meine Offenheit hat zudem eine Freundschaft zu einem Mann ermöglicht, der auch von einer psychischen Erkrankung betroffen ist. Wir können unsere Erfahrung teilen und es tut gut, zu erleben, dass wir nicht allein sind.

 

Psychotherapie und Spiritualität – früher nicht denkbar, heute wird die Ressource der Spiritualität immer mehr erforscht und anerkannt. Wie siehst du als Betroffener diese beiden Begrifflichkeiten? In welchem Verhältnis stehen sie?

 

In meinen jüngeren Lebensjahren war ich der Meinung, dass praktizierende Christinnen und Christen keine Psychotherapie brauchen, da sie in ihrem Glauben die entscheidende Ressource haben. Doch später öffnete ich mich zunehmend für andere Hilfe. Wenn ich physisch krank bin, konsultiere ich den Arzt und bin für seine Dienste dankbar.

Ohne professionelle Diagnose, therapeutische Unterstützung und Einsatz von Medikamenten lässt sich eine Depression nicht bewältigen. Allerdings ist es nicht einfach, die geeignete Person und Form der Behandlung zu finden. Mir haben ein körperorientierter Ansatz sehr geholfen. Meine Ärztin hat aus ihrer Erfahrung rasch erkannt, was bei mir sinnvoll ist, und mit mir ein entsprechendes Programm erarbeitet.

Gleichzeitig ist mein Glaube eine heilsame Erfahrung geblieben und sogar verstärkt worden. Dabei sind mir vorformulierte Gebete und eine kurze Morgen- und Abendliturgie besonders dann sehr hilfreich, wenn mir die Kraft zu eigenen Worten fehlen. Auch die Psalmen sind eine Schatzkammer, aus der ich schöpfen darf. Sie ermutigen mich, schwierige Erfahrungen vor Gott aussprechen und seine Zusagen in Anspruch zu nehmen.

 

Was wünschst du dir, mit deinem Buch auszulösen?

 

Sicher ist jede Depression anders. Dennoch werden diejenigen, die das Buch lesen, eigenen Erfahrungen begegnen oder in ihrem Verständnis für solche gefördert, die in ihrem Umfeld betroffen sind. Sie werden ermutigt, sich frühzeitig Hilfe zu suchen, sich abklären und behandeln zu lassen. Der Weg zurück zum Leben ist nicht einfach, aber möglich, auch wenn er viel Zeit benötigt. 

 

Depression: Ermutigung, sich behandeln zu lassen

Max Hartmann pflegt einen offenen Umgang mit seiner Erkrankung. Bild: Ilir Pinto

Es begann im Jahr 1995. «Ich war häufig erschöpft, hatte Verspannungen, ein flaues Gefühl in der Bauchgegend und litt vor allem morgens an Appetitlosigkeit», erzählt Max Hartmann. Als er sich ärztlich abklären liess, habe man keine somatische, also körperliche Ursache gefunden. Hartmann äusserte schliesslich gegenüber seinem Hausarzt, dem «Dorfarzt» Brittnaus, den Verdacht, er sei «leicht depressiv». Dieser bestätigte es, empfahl ihm ein Antidepressivum und schrieb ihn eine Weile lang krank. Hartmann hatte zunächst Vorbehalte gegenüber Psychopharmaka gehabt, entschied sich dann aber, es doch zu versuchen.

Nebst den körperlichen Beschwerden drückte sich seine Depression auch anderweitig aus: «Ich fuhr leidenschaftlich gerne Mountainbike, verlor aber immer mehr die Energie dazu. Es war mir schon zu anstrengend, mir eine Route zu überlegen», erklärt Hartmann. «In der akuten Phase der Erkrankung konnte ich morgens kaum aufstehen. Manchmal lag ich bis Mittag im Bett.»

Sie erzählten ihm von eigenen depressiven Episoden

In der Kirchgemeinde, in der er seit über 33 Jahren Pfarrer ist, sprang damals eine Stellvertretung für ihn ein. «Ich wollte nichts verstecken», sagt Hartmann, der von Beginn an gegenüber seinem privaten Umfeld und der Kirchgemeinde offen über seine Erkrankung sprach.  Er erzählt: «Es hat Betroffenheit ausgelöst und bei einigen, dass sie von ihren eigenen depressiven Episoden erzählt haben – auch seitens von Männern, wo das oft nach aussen verschwiegen wird.»

Hartmann liess sich zudem auf Vorschlag seines Hausarztes fachärztlich abklären, was eine klare Diagnose ergab: mittelschwere depressive Episode. Und er suchte psychotherapeutische Unterstützung. «Wir fanden die Ursache: ein traumatisches Ereignis meiner Kindheit», erzählt er. 1963 war sein älterer Bruder bei einem Unfall ums Leben gekommen. Als das «Ende einer unbeschwerten Kindheit» beschreibt er dieses Unglück. Solche Erfahrungen führen laut Hartmann oft nach der Lebensmitte zu depressiven Episoden. 

Die Körpersignale frühzeitig ernst nehmen

Eine wichtige Erkenntnis ist Hartmann auch ein Satz seiner Therapeutin geworden: «Der Körper lügt nicht.» Es lohne sich, die Signale seines Körpers frühzeitig ernst zu nehmen. Heute ist er 62 Jahre alt und befindet sich in der Erhaltungstherapie; ein bis zwei Mal im Jahr besucht er seine Fachärztin und nimmt täglich weiterhin sein Medikament. Ob es ganz ohne gehen würde? «Vielleicht», antwortet Hartmann, doch primär verhindere das Antidepressivum einen Rückfall. Dennoch: Medikamente allein seien nicht die Lösung. Er vergleicht sie mit einer Krücke, also einer Hilfe auf dem Weg zur Besserung. Um eine Depression zu behandeln, brauche es aber  weitere und ganzheitlich orientierte Massnahmen. Bei Hartmann waren es die Integrative Körperpsychotherapie, regelmässiges Krafttraining im Fitnesscenter, seelsorgerliche Gespräche mit einem Pfarrkollegen, der selbst eine schwere depressive Episode erlebt hat – und das Schreiben. Während der akuten Phase seiner Behandlung in den Jahren 2015/16 hat sich Hartmann für einen viermonatigen Aufenthalt im Gästezentrum einer Diakonissengemeinschaft in Riehen entschieden. «In dieser traditionsreichen evangelischen und klosterähnlichen Umgebung habe ich damit begonnen, meine Erkenntnisse im Laufe der Therapie schriftlich festzuhalten, und zwar in Form eines Tagebuches.» Das Material bildet die Basis für sein Buch, «Zurück zum Leben – die Geschichte meiner Depression», das im Thuner Verlag Mosaicstones erscheint. Die Veröffentlichung feiert Hartmann am 10. September in Form einer Lesung. Auch seine Frau wird daran beteiligt sein, denn sie hat ein Kapitel verfasst über ihre Erfahrung als nächste Angehörige eines an einer Depression erkrankten Mannes.

Lass zu, dass dir gedient wird

Das Buch ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und kein Ratgeber. Doch ein Ratschlag, den Hartmann als Pfarrer mit seiner seelsorgerlichen Ausbildung und Erfahrung jeder von einer Depression betroffenen Person gibt: sich Hilfe zu holen und behandeln zu lassen. «Lass zu, dass dir gedient wird», lautet die Botschaft einer Ikone, die Hartmann von Ostap Lozinski, einem ukrainischen Künstler, gekauft hat und an der bevorstehenden Lesung zeigen wird. Diese Ermutigung habe eine

 

VIDEOS MUSIK ZUM BUCH

 

King or cripple: Übersetzung Seite 76-78

(109) Delirious? - King or cripple (live 1997) - YouTube

 

Wer nur den lieben Gott lässt walten

(109) Georg Neumark Wer nur den lieben Gott lässt walten - YouTube

 

What did I do with my life?: Beginn ab: 06.40; Übersetzung und Interpretation siehe "Unterlagen Spiritualität"

(109) Lenny Kravitz: Tiny Desk (Home) Concert - YouTube

 

I am not a slave, I am a child of God: Übersetzung Seite 220-222

(240) Zach Williams - No Longer Slaves (Live from Harding Prison) - YouTube

 

Stand: Seite 241; Übersetzung und Interpretation siehe: "Unterlagen Spiritualität"

(109) Lenny Kravitz STAND lyric video from Black And White America - YouTube

 

 

 

UNTERLAGEN SPIRITUALITÄT

 

Hier findest du verschiedene Dokumente, dir mir in meiner persönlichen Spiritualität eine Hilfe geworden sind.

 

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Einführung und Meditation zur Ikone "Taufe II" von Ostap Lopinski, Lviv/Lemberg, Ukraine
Andacht Ikone Ostap Lopinski.pdf
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Andachten zum Thema "Verletzlichkeit"
Depression hat oft viel bewusst oder unbewusst mit widerfahrenen Verletzungen zu tun. Die Impulse des bekannten Franziskaner-Paters und Buchautoren Richard Rohr können durch eine Woche begleiten. Die Übersetzung des kostlosen Newsletters von Richard Rohr erfolgte durch DeepL Translate.
Andachten zum Thema Verletzlichkeit (Ric
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Song What did I do with my life; Lenny Kravitz: Übersetzung und Interpretation
WHAT DID I DO WITH MY LIFE.pdf
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Song "Stand", Lenny Kravitz: Übersetzung und Interpretation
STEH.pdf
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Unterlagen zur selbstabklärung

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Fragebogen zur Lebensgeschichte
Fragebogen-zur-Lebensgeschichte.pdf
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Stressbeobachtungsprotokoll
Stressbeobachtungsprotokoll.pdf
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Einfaches Situationsprotokoll
Einfaches-Situationsprotokoll.pdf
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Selbsttest "Bin ich depressiv?" (Stiftung Deutsche Depressionshilfe)

Selbsttest Depression - Stiftung Deutsche Depressionshilfe (deutsche-depressionshilfe.de)

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