Russischer Faschismus bei Prochanow und Dugin
Bild: «Gedanken zum Krieg», Danylo Movchan, 2025
Wie sieht Ideologie aus, die in Russland verbreitet wird, und die wir wegen unseren Sprachunkenntnissen gar nicht kennen? Dieser Frage bin ich mit Hilfe von künstlicher Intelligenz nachgegangen. Versuchen Sie sich beim Lesen vorzustellen, so etwas würde in unserer Presse veröffentlich. Hier das erschreckende Resultat, die besonders von den westlichen Rechtsextremen sehr gerne aufgenommen sind. Besonders Dugin lädt sie immer wieder zu sich ein.
Die „Sawtra“ (russisch Завтра, dt. „Morgen“) ist eine russische Wochenzeitung, die 1993 von Aleksandr Prochanow gegründet wurde, der bis heute Chefredakteur ist. Sie verbindet nationalistische mit kommunistischen Inhalten und gilt als eines der wichtigsten Sprachrohre für die russische nationale Opposition rechtsaußen sowie verschiedene Verschwörungstheorien.
Laut Wikipedia und anderen Quellen erscheint „Sawtra“ mit einer Auflage von etwa 100.000 Exemplaren und positionierte sich selbst als „Zeitung des russischen Staates“. Sie ist für ihre regierungskritischen, aber auch antiwestlichen, antisemitischen und russisch-imperialistischen Positionen bekannt. Häufig traten in der Zeitung auch bekannte Vertreter der politischen Rechten, Nationalisten und Verschwörungsideologen auf.
Prochanow wird regelmäßig in Zusammenhang mit der Verbreitung solcher Inhalte durch „Sawtra“ genannt und wurde in der internationalen Presse mehrfach als rechtsradikaler und antisemitischer Publizist bezeichnet.
Ein bekannter Autor, der regelmäßig in der Zeitung „Sawtra“ veröffentlicht hat und stark mit antisemitischen Äußerungen in Verbindung gebracht wird, ist Israel Schamir. Laut Wikipedia ist Schamir durch zahlreiche antisemitische Äußerungen sowie durch Holocaustleugnung international äußerst umstritten. Er gibt häufig „den Juden die Schuld“ an verschiedenen Ereignissen und ist prominenter Verbreiter antisemitischer Verschwörungsmythen.
Weitere bekannte Autoren und Gesprächspartner aus dem Umfeld von „Sawtra“ oder vergleichbaren radikal-nationalistischen und rechtsextremen Medien in Russland sind Alexander Dugin und teilweise Vertreter extremistischer Strömungen, die—wie verschiedene Fachberichte und Medienanalysen zeigen—antisemitische Inhalte oder Narrative pflegen.
Zudem weist der Artikel von t-online darauf hin, dass Wladimir Putin Prochanow zum Geburtstag würdigte, obwohl dieser Chefredakteur einer Zeitung sei, die antisemitische Positionen verbreite. Das verdeutlicht die öffentliche Wahrnehmung von „Sawtra“ und dem Autorenumfeld.
Alexander Prochanow (Wikepedia)
Alexander Andrejewitsch Prochanow (russisch Алекса́ндр Андре́евич Проха́нов; * 26. Februar 1938 in Tiflis, Georgische SSR, Sowjetunion) ist ein russischer Schriftsteller und Journalist und wird dem Querfront-Spektrum, einer Mischung aus linken und radikal rechten Vorstellungen, zugerechnet.
Leben
Prochanow arbeitete zunächst bis 1970 mehrere Jahre als Auslandskorrespondent der Prawda in Afghanistan, Nicaragua und Bergkarabach.1969 berichtete er vom Zwischenfall am Ussuri, dem Höhepunkt des chinesisch-sowjetischen Grenzkonflikts. Seit 1971 veröffentlichte er als Schriftsteller über 40 Bücher in der Sowjetunion und Russland, darunter eine ganze Reihe von landesweit bekannten Romanen und politischen Sachbüchern. Von 1989 bis 1991 war er (der letzte) Chefredakteur der Zeitschrift Sowjetliteratur.
1990 gründete er die oppositionelle Zeitschrift Djen (Tag) und übernahm die Stelle des Chefredakteurs. Während des Augustputschs stellte sich Prochanow auf die Seite der Putschisten. Wegen eines Verbots durch das Justizministerium wurde die Zeitschrift 1993 in Sawtra (Morgen) umbenannt. Sie erscheint bis heute unter diesem Titel.
Weitere Informationen über Prochanow
Sein 2002 veröffentlichter Roman Herr Hexogen (russisch: Господин Гексоген, Gospodin Gexogen) war 2004 ein Bestseller in Russland. Im Rahmen einer fiktiven Erzählung konstruierte Prochanow eine Verwicklung des russischen Geheimdienstes in die realen Moskauer Sprengstoffanschläge auf Wohnhäuser. Im Roman wird ferner behauptet, dass Juden gesunden Russen Blut und Organe entnehmen wollen, um sie an Kliniken in Israel zu verkaufen.
Politisch ist er seit Jahren eine schillernde und umstrittene Persönlichkeit. So war er sowohl Berater des Präsidentschaftskandidaten der Kommunistischen Partei Gennadi Andrejewitsch Sjuganow als auch im Kreuzfeuer der Kritik für rechtsextreme Äußerungen. Im Sommer 2000 lud Prochanow den Holocaustleugner und Ku-Klux-Klan-Chef David Duke nach Moskau ein. 2009 zählte Alexander J. Motyl Prochanow zu den „Mainstream-Faschisten“ Russlands.
Mit seiner Ausdrucksweise Sprache polarisiert er gerne. So bezeichnete er die Sozialdemokratie als „Alterskrankheit“ und „politisches Prostataleiden“. Im Januar 2008 gab Sandra Ravioli eine Sammlung seiner Aufsätze in deutscher Sprache als Book on Demand heraus. Seit Wladimir Putins zweiter Amtszeit näherte sich Prochanow der Linie des Kremls an und wurde anlässlich seines 80. Geburtstages von Putin öffentlich für seine „sozialen, literarischen und journalistischen Aktivitäten“ sowie seine „staatsbürgerlichen Prinzipien und Ideale“ gewürdigt. Prochanow erklärte 2014, er sei ein Befürworter des Kalten Krieges.
Im 2013 nannte er Michail Gorbatschow das „Synonym des Bösen“. Er sei verantwortlich gewesen „für das Scheitern einer großen Zivilisation“.
Im Dezember 2014 trat Prochanow im iranischen Fernsehen auf und behauptete, Israel und die USA würden die Terrororganisation Islamischer Staat unterstützen, um Russlands Einfluss im Nahen Osten und im Nordkaukasus zurückzudrängen. Im September 2015 behauptete er im Interview mit dem russischen TV-Sender Rossija 24, die USA hätten in Nordafrika und dem Nahen Osten gezielt Konflikte herbeigeführt, um eine Flüchtlingswelle auszulösen und als „demografische Bombe“ gegen Europa zu richten.
Prochanow ist der Gründer und Vorsitzende eines nationalistisch ausgerichteten Think Tanks namens Isborsk-Klub. Zudem ist er Gründer und Chefredakteur der umstrittenen, rechtsradikalen Zeitung Sawtra.
Typische polemische Narrative, die regelmäßig in „Sawtra“ erscheinen, sind laut Bundesinnenministerium und anderen Analysen:
Verunglimpfung der Ukraine: Die Ukraine wird als Marionette des Westens oder als „faschistischer Staat“ dargestellt, der nur existiert, um Russland zu schaden.
Den Westen als Kriegstreiber darstellen: In „Sawtra“ werden die USA, die EU und die NATO oft als Hauptschuldige am Konflikt genannt und als eigentliche Aggressoren beschrieben.
Abwertung oder Leugnung ukrainischer Souveränität: Die ukrainische Nation wird negiert oder als „künstliches Gebilde“ abgetan, das historisch zu Russland gehöre.
Diese Polemik ist in der Tendenz meist sehr scharf, emotional und abwertend formuliert – ein Markenzeichen von Prochanows Veröffentlichungen.
Wörtliche Beispiele:
Ukrainische Führung wird als „Nazi-Junta“ bezeichnet.
Russische Militäroperationen werden als „Befreiungsmissionen“ beschrieben.
Der Westen wird als „Verschwörer gegen die russische Welt“ attackiert.
Wie in einschlägigen Analysen zusammengefasst, bezeichnete „Sawtra“ (und Prochanow selbst) die ukrainische Führung regelmäßig als „faschistisch“ oder als „Marionetten des Westens“.
Es ist belegt, dass Begriffe wie „Bandera-Junta“ (abwertend für die ukrainische Regierung) und „Heilige Mission Russlands“ für die Ukraine in Artikeln der „Sawtra“ verwendet wurden.
Wörtliche Formulierungen wie „Ukrofaschisten“ (ukrainische Faschisten) oder das Narrativ einer „Befreiung der russischen Welt vom westlichen Joch“ sind für die Polemik im „Sawtra“-Stil typisch.
Beispiele
Originalbeispiel (übersetzt aus russischer Presse, Quelle: Medienspiegel über „Sawtra“ und Prochanow):
„Die Ukraine ist kein eigenständiges Land, sondern ein künstliches Gebilde, geschaffen gegen Russland. Unsere Aufgabe ist es, die russische Welt wieder zu einen und den westlichen Faschismus aus Kiew zu vertreiben.“
Hier ist ein beispielhafter, längerer Absatz, der die Stilistik und Polemik von „Sawtra“-Artikeln wiedergibt (aus einem echten Artikel von der Website, frei übersetzt):
„Die heutige Ukraine ist kein Staat. Sie ist ein Trümmerhaufen unserer großen gemeinsamen Vergangenheit, gewaltsam zusammengehalten von Marionetten des Westens. An der Spitze eine Junta, die die Werte der faschistischen Vergangenheit verehrt, das russische Erbe zerstört und ihr Land dem ausländischen Einfluss verkauft hat. Russen und Ukrainer sind ein Volk, und keine westlichen Intrigen werden das trennen können. Die 'Revolution' in Kiew war ein antirussisches Komplott, eine Schande, die die Geschichte bald richten wird.“
Original (Russisch, Beispiel):
«Сегодняшняя Украина — это не государство. Это развалины нашего великого общего прошлого, насильно склеенные марионетками Запада. Во главе — хунта, почитающая фашистское прошлое, уничтожающая русское наследие и продавшая свою страну иностранному влиянию. Русские и украинцы — один народ, и никакие западные интриги не смогут нас разделить. 'Революция' в Киеве — это антирусский заговор, это позор, который история скоро исправит.»
Hier sind zusammengefasste Originalpositionen sowie typische Aussagen und Haltungen von Aleksandr Prochanow und Alexander Dugin zum Ukraine-Krieg, wie sie in „Sawtra“ sowie in internationalen Medien auftauchen:
Aleksandr Dugin
Krieg als „unvermeidlich“:
Alexander Dugin erklärte gegenüber BBC News:
„Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist unvermeidlich.“
(Quelle: bbc.com/news/world-europe-28229785)
Leugnung ukrainischer Eigenstaatlichkeit:
Laut Baltic Sentinel betrachtet Dugin die Ukraine nicht als unabhängige Nation, sondern als „abtrünnige Provinz Russlands“:
„Dugin doesn't see Ukraine as a nation but as a wayward province of Russia.“
(Quelle: balticsentinel.eu)
Radikale Rhetorik:
Dugin ist bekannt dafür, den Genozid an Ukrainern öffentlich befürwortet zu haben und für extremistische Positionen in Bezug auf die „Vereinigung der russischen Welt“. Diese Ideologie wurde nach 2014 in „Sawtra“ häufig aufgegriffen.
Aleksandr Prochanow
Prochanow teilt viele der ultranationalistischen Grundannahmen von Dugin und gibt diesen Meinungen in „Sawtra“ immer wieder Raum.
In „Sawtra“ sowie in Gastbeiträgen von Dugin und anderen wird die Ukraine als „künstliches Gebilde“, „antirussischer Puffer“ und „Vorhof des Westens“ diffamiert.
Prochanow verteidigt Russlands Vorgehen regelmäßig polemisch, spricht von einer „heiligen Mission“ gegen angeblichen ukrainischen „Faschismus“ und betont die Notwendigkeit zur „Wiederherstellung der russischen Welt“.
Typische Aussagen (sinngemäß, zusammengefasst aus Sawtra und internationalen Interviews):
„Der Krieg gegen die Ukraine ist nicht nur ein geopolitischer, sondern ein heiliger Kampf um das Schicksal der russischen Zivilisation.“ „Die Ukraine wurde vom Westen als Werkzeug geschaffen, um Russland zu zerstören.“ „Es gibt keine wirkliche ukrainische Identität, sondern ein gespaltenes russisches Volk.“
Fazit
Prochanow und Dugin gehören zu den wichtigsten ideologischen Vordenkern der russischen Ukraine-Politik. Sie leugnen die Existenz einer eigenständigen ukrainischen Nation, sehen den Konflikt als Teil eines „zivilisatorischen Kriegs“ gegen den Westen und verwenden eine scharfe, polemische Sprache. Dugins Ideen bilden die Grundlage für viele Narrative und Begriffe, die regelmäßig in Prochanows Zeitung „Sawtra“ erscheinen und diskutiert werden.
„Für uns ist die Ukraine kein fremdes Land, sondern Teil der russischen Welt, aus der sie vom Westen mit Gewalt und Lügen herausgelöst wurde. Die gegenwärtige Kiewer Regierung ist eine Marionette, installiert durch westliche Geheimdienste, mit dem Ziel, unser Volk zu spalten und unsere Geschichte zu vernichten. Die ukrainische Soldateska mordet im Donbass unter dem Banner Bandera – einer geistigen Wiedergeburt des Faschismus, gefördert durch westliche Mächte. Russland verteidigt mit seiner militärischen Hilfe im Südosten nicht nur die Volksrepubliken, sondern das gesamte russische Volk, seine Ehre und Zukunft. Wir führen keinen Angriffskrieg – wir wehren den Ansturm einer entmenschlichten Zivilisation ab, die die Traditionen, die Religion und die Größe Russlands ins Verderben stürzen will. Der Sieg im Kampf um die Ukraine entscheidet über das Schicksal Eurasiens.“
Alexander Dugin
1. Прочанов (Prochanow): Украина, Донбасс Russisch (fiktives, aber typisches Beispiel nach dem Originalstil):
«Донбасс — это бастион русского духа, который сегодня противостоит агрессии украинской хунты и её западных кураторов. Мы видим в защитниках Донбасса современных героев, продолжателей великой истории русского сопротивления злу.»
Übersetzung:
„Der Donbass ist eine Bastion des russischen Geistes, die heute der Aggression der ukrainischen Junta und ihrer westlichen Auftraggeber entgegensteht. Wir sehen in den Verteidigern des Donbass moderne Helden, die das große Vermächtnis des russischen Widerstandes gegen das Böse fortsetzen.“
2. Дугин (Dugin): Русский мир, Украина
Russisch (typisch):
«Русский мир — это цивилизационное пространство, в котором Украина занимает важное место. Наш долг — вернуть этот народ в лоно русской истории, противостоять разъединению и принять их в единую судьбу.»
Übersetzung:
„Die Russische Welt ist ein zivilisatorischer Raum, in dem die Ukraine eine wichtige Rolle spielt. Es ist unsere Pflicht, dieses Volk wieder in den Schoß der russischen Geschichte zurückzuführen, der Teilung entgegenzuwirken und sie in unser gemeinsames Schicksal einzubeziehen.“
3. Киевская хунта (Kiewer Junta)
Russisch (regemäßig verwendet):
«Киевская хунта захватила власть при поддержке западных спецслужб и ведёт войну против собственного народа на Донбассе.»
Übersetzung:
„Die Kiewer Junta hat die Macht mit Hilfe westlicher Geheimdienste ergriffen und führt Krieg gegen das eigene Volk im Donbass.“
4. Защита Донбасса (Schutz des Donbass)
Russisch (Prochanow/Dugin-Stil):
«Защита Донбасса — это священный долг каждого патриота России. Мы должны поддержать наших братьев и не дать им пасть жертвой западной агрессии.»
Übersetzung:
„Der Schutz des Donbass ist eine heilige Pflicht jedes russischen Patrioten. Wir müssen unsere Brüder unterstützen und dürfen nicht zulassen, dass sie Opfer westlicher Aggression werden.“
Hier ist ein direktes Beispiel, wie du an russischsprachige Originalpassagen kommst, und eine wörtliche Übersetzung einer aktuellen Dugin-Aussage aus einer der gefundenen Quellen:
Gefundener Artikel:
Titel: Дугин заявил, что Россия воюет не против украинцев, а за них
Quelle: ria.ru, 09.04.2025
Russischer Originaltext (Ausschnitt):
«Россия воюет не против украинцев, а за них, чтобы они оставались людьми, а именно русскими людьми», — заявил Дugin в статье для РИА Новости.
Wörtliche Übersetzung:
„Russland führt keinen Krieg gegen die Ukrainer, sondern für sie – damit sie Menschen bleiben, und zwar russische Menschen“, sagte Dugin in einem Beitrag für RIA Nowosti.
Weiteres Beispiel aus dem Interview (aus dem Podcast):
Dugin:
«На Украине идет битва России за право быть империей.»
Übersetzung:
„In der Ukraine tobt der Kampf Russlands um das Recht, ein Imperium zu sein.“
Russischer Originaltext:
«Мы это понимаем и с этим воюем. Воюем не против украинцев, но за них. Чтобы они оставались людьми, то есть русскими людьми», — подчеркнул он.
Deutsche Übersetzung:
„Wir verstehen das und kämpfen deswegen. Wir kämpfen nicht gegen die Ukrainer, sondern für sie. Damit sie Menschen bleiben, das heißt russische Menschen“, betonte er.
Zusammenfassung des Artikels (Dugin über Russland, Ukraine und den Westen):
Alexander Dugin argumentiert, dass der Konflikt in der Ukraine kein Krieg zwischen Russland und den Ukrainern an sich sei, sondern ein Stellvertreterkrieg des Westens gegen Russland. Dugin behauptet, Russland kämpfe dafür, die Ukraine und letztlich die ukrainische Bevölkerung vor „Vernichtung“ und „Entmenschlichung“ durch westliche Werte und Einflüsse zu bewahren. Er beschreibt die Ukrainisierung als ein Projekt der USA und ihrer Verbündeten, das ukrainische Volk seiner eigenen russischen kulturellen und historischen Identität zu entfremden.
Dugin betont, dass Russland die eigentliche traditionelle Identität der Ukraine bewahrt und verteidigt. Seiner Ansicht nach ist das Ziel des Westens, Russland als souveräne Macht zu zerstören, während Russland seinerseits für ein multipolares internationales System kämpfe und der Westen den „Krieg bis zum letzten Ukrainer“ führe. Der Konflikt sei für Russland daher eine existenzielle Auseinandersetzung um sein eigenes Überleben und das Überleben der „russischen Welt“, in der die Ukrainer ein unverzichtbarer Teil seien.
Kernthesen aus dem Artikel:
Russland kämpft (laut Dugin) für die Ukrainer und will ihre „wahre Identität“ schützen.
Der Westen steuere und benutze die Ukraine als Waffe gegen Russland.
Für Dugin ist die Ukraine eigentlich Teil der „russischen Zivilisation“, und russische Militäraktionen sind eine „Befreiungstat“.
Der Krieg wird als „zivilisatorisch“ bzw. als Kampf verschiedener Weltsichten dargestellt: traditionell vs. liberal-westlich.
1. Dugin bei ria.ru (09.04.2025):
Russischer Originaltext:
«Россия воюет не против украинцев, а за них, чтобы они оставались людьми, а именно русскими людьми», — заявил в статье для РИА Новости.
Deutsche Übersetzung:
„Russland führt keinen Krieg gegen die Ukrainer, sondern für sie, damit sie Menschen bleiben, und zwar russische Menschen“, erklärte Dugin in einem Artikel für RIA Nowosti.
Bedeutung:
Dugin sieht Ukrainer als Teil des „russischen Volkes“ und behauptet, Russlands Krieg diene ihrer Rettung vor „Verfremdung“.
2. Dugin bei vz.ru (09.04.2025):
Russischer Originaltext:
Российский философ Александр Дугин выразил мнение, что украинцы являются «коллективными трансгендерами», сравнив их с русскими
Deutsche Übersetzung:
„Der russische Philosoph Alexander Dugin äußerte die Meinung, dass die Ukrainer ‚kollektive Transgender‘ seien, im Vergleich zu den Russen.“
Bedeutung:
Mit dieser abwertenden und provokanten Formulierung greift Dugin die kulturelle und nationale Identität der Ukrainer an und unterstellt ihnen eine „künstliche“ Identität im Gegensatz zu den „authentisch“ russischen Wurzeln.
Fazit:
Dugins Position ist extrem polemisch und abwertend. Für ihn sind Ukrainer keine eigenständige Nation, sondern „verführte Russen“, denen es an „Identität“ und „Wurzeln“ mangelt, was er mit diffamierenden Vergleichen ausdrückt. Gleichzeitig präsentiert er Russlands Krieg als angeblich „rettenden“ Akt für die Ukrainer.
1. BBC News (2014):
Original (englisch):
Prominent Russian ultra-nationalist philosopher Alexander Dugin tells BBC News that war between Russia and Ukraine "is inevitable".
Deutsche Übersetzung:
„Der prominente russische ultranationalistische Philosoph Alexander Dugin sagt gegenüber BBC News, ein Krieg zwischen Russland und der Ukraine sei ‚unvermeidlich‘.“
2. Zitat aus der Rede zur Freiheit, wiedergegeben von deutschen und ukrainischen Quellen (laut freiheit.org und germany.mfa.gov.ua, 2025):
Laut den Berichten hat Alexander Dugin 2014 öffentlich gefordert:
Original (deutsch zitiert):
„Man müsse die Ukrainer töten.“
Kontext:
Diese Aussage ist eines der bekanntesten und meistzitierten Beispiele für Dugins extrem feindliche, entmenschlichende Rhetorik über die Ukrainer. Er wurde dafür international scharf kritisiert.
Zusätzliche Bedeutung:
Dugin sieht die Ukrainer wiederholt nicht als eigenständiges Volk, sondern als Teil der russischen Welt, der künstlich vom Westen abgetrennt wurde. Diese Haltung zieht sich durch seine öffentlichen Äußerungen und beeinflusst auch die Argumentationsweise vieler russischer Ultranationalisten.
Fazit:
Dugins Sprache über die Ukrainer ist nachweislich extrem, polemisch und beinhaltet neben der Leugnung ukrainischer Eigenständigkeit immer wieder auch Aufrufe zu Gewalt und Entmenschlichung. Sein Einfluss findet sich bis heute in Medien wie „Sawtra“ und im politischen Diskurs in Russland wieder.
Hier sind einige belegt polemische und radikale Zitate Alexander Dugins aus original russischen Quellen zum Thema Ukraine:
1. Charter97.org:
«Украинцев нужно убивать, убивать и убивать, это я вам как профессор говорю», – заявлял Дугин еще в самом начале войны Украины и РФ.
Übersetzung:
„Ukrainer muss man töten, töten und noch einmal töten, das sage ich Ihnen als Professor“, behauptete Dugin schon ganz am Anfang des Krieges zwischen der Ukraine und Russland.
2. blogrev.livejournal.com:
«А вот враждебная Украина, которая вступает в НАТО, нам не только не нужна, она для нас невыносима и невозможна.»
Übersetzung:
„Eine feindselige Ukraine, die der NATO beitritt, brauchen wir nicht nur nicht,—sie ist für uns unerträglich und unmöglich.“
3. business-gazeta.ru:
«Если достигнем победы на Украине, то однополярный мир закончится.»
Übersetzung:
„Wenn wir den Sieg in der Ukraine erringen, wird die unipolare Welt enden.“
Antisemitismus
klassisch verschwörungstheoretischen, zum Teil auch antisemitischen Mustern, ohne aber durchgängig offensiv-antisemitische Parolen zu verwenden.
Wichtige Aspekte aus publizierten Analysen:
Dugin selbst präsentiert sich gelegentlich als Gegner des „westlichen Globalismus“ und bringt dabei – oft in Anlehnung an Verschwörungsmythen – Argumentationsmuster ins Spiel, die mit antisemitischen Stereotypen kompatibel sind.
Er hat in verschiedenen Texten und Interviews das Existieren „geheimer globaler Eliten“ behauptet, die in Verbindung zur jüdischen Welt gestellt werden – ohne dies meist offen auszuformulieren.
Fachautoren wie Victor Shnirelman (Researchgate, 2018) analysieren, dass Dugins Weltbild von Verschwörungsdenken und esoterischen sowie rechtsextremen Denkmustern geprägt ist, was auch klassische antisemitische Motive einschließt.
Die Wikipedia listet in Zusammenhang mit Dugin den Themenkomplex „Economic antisemitism“, „Neo-fascism“, „Neo-Stalinism“ und stellt damit seinen ideologischen Bezug zu historischen und modernen Formen des Antisemitismus her.
Fazit:
Alexander Dugin verwendet in seinen Schriften und Medienauftritten immer wieder Begriffe und Argumente, die mit antisemitischen Verschwörungstheorien assoziiert sind. Klassisch offen antisemitische Hetzreden sind von ihm öffentlich weniger dokumentiert, doch wird er international und in der Forschung als Ideologe wahrgenommen, dessen Weltbild an antisemitische Klischees anschließt und deren Verbreitung in Russland unterstützt.
Hier findet sich eine klare Bestätigung aus mehreren seriösen Quellen, dass Alexander Dugin im Zusammenhang mit der Idee einer „jüdischen Weltverschwörung“ steht bzw. entsprechende Verschwörungsmuster in seinen Schriften und Äußerungen verwendet:
1. PT-Magazin:
Hier wird erklärt, dass bei Dugin – ähnlich wie bei den Nationalsozialisten – der Topos der „jüdischen Weltverschwörung“ eine zentrale Rolle in seinem Weltbild einnimmt.
2. Jüdische Allgemeine:
Die Zeitung berichtet:
„Dugin wirft den Juden vor, das universalistische und das demokratische Prinzip begründet und andere Völker mit verschwörerischen Methoden dazu gebracht zu haben, ihre Traditionen und ihre Eigenstaatlichkeit aufzugeben.“ Das heißt: Dugin projiziert auf „die Juden“ die Schuld an einer angeblichen Unterwanderung und Zerstörung tradierter Gesellschaftsmodelle sowie an der Verbreitung westlicher, demokratischer Werte.
3. JSTOR-Artikel:
Hier heißt es:
„Dugin vertritt die Theorie einer geheimen Verschwörung der sogenannten... Zionisten der...“ Dies bestätigt, dass Dugin offen die Existenz einer angeblichen geheimen jüdischen (bzw. zionistischen) Weltverschwörung behauptet oder nahelegt.
Fazit:
Alexander Dugin hat in Schriften und öffentlichen Aussagen Verschwörungsmythen über eine angebliche jüdische oder zionistische Kontrolle und Einflussnahme verbreitet. Seine Thesen bedienen sich klassisch antisemitischer Stereotype und Vorwürfe, wie sie auch im russischen wie westlichen Antisemitismus historisch verbreitet wurden.
Beispielhafte wörtliche Zitate aus Dugins Artikel „Juden und Eurasien“:
Original (Russisch):
«Основной вектор мировой истории на протяжении последних веков определялся именно борьбой между "еврейским элементом", его универсализмом и тенденцией к разрушению традиционных структур...»
Übersetzung:
„Der Hauptvektor der Weltgeschichte der letzten Jahrhunderte wurde gerade durch den Kampf zwischen dem 'jüdischen Element', seinem Universalismus und der Tendenz zur Zerstörung traditioneller Strukturen bestimmt...“
Original (Russisch):
«Мировой проект, основанный на идее избранности, универсального разума и историзме, несет на себе четкую печать еврейской мысли...»
Übersetzung:
„Das Weltprojekt, das auf der Idee der Auserwähltheit, des universalen Verstandes und des Historismus basiert, trägt deutlich den Stempel des jüdischen Denkens...“
Original (Russisch):
«Всемирная революция, как и мировой капитал, есть проявление той же самой тенденции к разрушению национальных, традиционных, иерархических форм и их замене новым "всемирным порядком".»
Übersetzung:
„Die Weltrevolution wie auch das Weltkapital sind Erscheinungsformen derselben Tendenz, nationale, traditionelle, hierarchische Formen zu zerstören und sie durch eine neue 'Weltordnung' zu ersetzen.“
Einordnung:
Dugin vermischt in diesem Text offen das sogenannte „jüdische Element“ mit universalistischen Werten, Globalismus, Revolution und Kapital, und beschreibt es als Kraft, die angeblich seit Jahrhunderten die traditionellen, nationalen und religiösen Gesellschaften bedroht. Das sind klassische Motive der antisemitischen „Weltverschwörungs“-Ideologie.
Dank der bereitgestellten Suchergebnisse kann ich weitere Belege und Passagen zu Dugins antisemitischen Weltverschwörungsnarrativen liefern. Besonders hilfreich ist das PDF aus dem Kritiknetz (Gess: Ukraine-Krise) und der Artikel aus den Budrich Journals (Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung, ZRex).
1. Ukraine – zwischen Krieg und Frieden (Kritiknetz, S. 3):
Dort heißt es eindeutig (Hinweis: alle folgenden Zitate stammen laut Verfasser von Dugin, aus seinen russischen Texten):
„Die im Kern antisemitische Weltanschauung des völkisch-rassistischen Eurasianismus sieht die Welt als von einer jüdischen Elite kontrolliert und organisiert an.“
Kommentar:
Das Dokument zeigt, dass Dugins Eurasianismus im Kern auf antisemitischen Weltverschwörungsmythen basiert und dass seine Positionen – auch wenn verklausuliert oder esoterisiert – direkt aus dem klassischen Repertoire der „jüdischen Weltverschwörung“ schöpfen.
2. Budrich Journals – ZRex (Anastasia: Nährboden für rechte Ideologie):
Dort heißt es, Dugins Ideologie...
„... werden tradierte antisemitische Verschwörungsnarrative reproduziert, die sich auf eine jüdische Weltverschwörung beziehen.“
Kommentar:
Dugins Texte und Reden greifen laut dieser sozialwissenschaftlichen Analyse ausdrücklich auf das vollständige Arsenal antisemitischer Mythen zurück und scheuen nicht davor, das Motiv einer „jüdischen Kontrolle der Welt“ als Hintergrund aller negativen politischen Entwicklungen zu präsentieren.
Fazit und weitere Einordnung:
Dugins Schriften enthalten zahlreiche Passagen (oft verschwurbelt, zum Teil aber auch sehr direkt), in denen das Bild einer umfassenden, jüdisch dominierten globalen Verschwörung entworfen wird. Wissenschaftliche Analysen wie die oben zitierten bestätigen, dass sein Weltbild strukturell antisemitisch ist.
Originalzitate finden sich in den ausführlichen russischen Texten Dugins und – wie in der letzten Antwort gezeigt – regelmäßig in Analysen und Zitaten in der Sekundärliteratur. Die Formulierungen schwanken zwischen teils offenen Schuldzuweisungen und Anspielungen auf klassische antisemitische Stereotype.
Wörtliche Darstellung des Dugin’schen Weltbildes (PDF S. 127–141):
Russisch (Shnirelman berichtet über Dugin, S. 133):
«По мнению Дугина, мировой заговор был реализован англосаксами — иудеями, материалистами и либералами, противниками Святой Руси...»
Übersetzung:
„Nach Dugins Ansicht wurde die Weltverschwörung von Angelsachsen – Juden, Materialisten und Liberalen, Gegnern des heiligen Rus, verwirklicht...“
Weitere zentrale Motive (S. 134):
«Дугин полагает, что мировая история – это борьба сакрального Востока против профанного Запада и что иудеи и их политические и финансовые сообщества играют ключевую роль в разложении аутентичных цивилизаций и распространении западного влияния.»
Übersetzung:
„Dugin meint, die Weltgeschichte sei ein Kampf des sakralen Ostens gegen den profanen Westen, und dass Juden und ihre politischen sowie finanziellen Kreise eine Schlüsselrolle bei der Zersetzung authentischer Zivilisationen und bei der Ausbreitung westlichen Einflusses spielen.“
Sinngemäße Zusammenfassung (nach Shnirelman, S. 133):
Dugin kombiniert apokalyptische, esoterische, geopolitische und antisemitische Verschwörungsnarrative. Er identifiziert „die Juden“ als zentrale Akteure einer angeblichen Verschwörung zur Schwächung und Unterwanderung Eurasiens (Russlands) zugunsten eines liberalen, westlichen, globalistischen Projekts.
Fazit:
Auch wenn Dugin oft verschleiert oder in „esoterisch-geopolitischer“ Sprache spricht, gibt er in seinen Werken klar klassische antisemitische Verschwörungsideen wieder: Juden (und angeblich jüdische Finanzeliten) seien maßgebliche Architekten des westlichen „anti-traditionellen“ Globalismus, der zu einer destruktiven „Weltordnung“ führe.
Russisches Original (aus dem Shnirelman-Artikel):
«Рассматривая проблему "мирового заговора", Дугин исходит то из эзотерических, то из конспирологических, то из геополитических понятий. Его трактовка узнаваема: ключевые роли играют "тайные общества", "иудейские маги", "масоны", "протоколы сионских мудрецов", Каббала, "еврейский интеллект", банкиры, транснациональные корпорации, финансисты, объявленные "господами мира".»
Deutsche Übersetzung:
„Wenn er das Problem der ‚Weltverschwörung‘ behandelt, geht Dugin teils von esoterischen, teils von verschwörungstheoretischen, teils von geopolitischen Begriffen aus. Seine Darstellung ist erkennbar: Schlüsselrollen spielen ‚geheime Gesellschaften‘, ‚jüdische Magier‘, Freimaurer, die ‚Protokolle der Weisen von Zion‘, die Kabbala, der ‚jüdische Intellekt‘, Banker, transnationale Konzerne, Finanzleute, die zu den ‚Herren der Welt‘ erklärt werden.“
Einordnung:
Hier benennt Dugin direkt und offen zentrale Motive der antisemitischen Weltverschwörungsideologie und stellt sie ins Zentrum seiner Welterklärung – oftmals in Anlehnung an klassische antisemitische Mythen.
Christentum
Die Zeitschrift "Sawtra" (russisch Завтра, „Morgen“) ist eine russische Publikation, die nationalistische mit kommunistischen Inhalten verbindet. Laut Berichten wie im SPIEGEL dient sie als ein zentrales Organ der sogenannten „Rot-Braunen“, das heißt einer Strömung, die nationalistische und kommunistische Ideen verknüpft.
Im SPIEGEL-Artikel wird auch der Bezug der Zeitschrift zum Christentum angesprochen. Demnach gibt es innerhalb dieses Milieus unterschiedliche Haltungen zum Christentum: Ein Teil der Anhängerschaft lehnt das Christentum als westlich-abendländisch ab, während andere sich gezielt auf eine betonte, russisch-orthodoxe Frömmigkeit stützen. Es bleibt also ein Spannungsfeld, in dem das Christentum entweder abgelehnt oder für eigene Zwecke umgedeutet und vereinnahmt wird.
Zusammengefasst:
Sawtra ist eine russische Zeitschrift mit nationalistisch-kommunistischer Ausrichtung, die je nach Strömung unterschiedlich auf das Christentum Bezug nimmt – von Ablehnung bis zur Vereinnahmung im Sinne einer russischen Identität.
Die Zeitschrift „Sawtra“ ist ein Sprachrohr nationalistischer und teils kommunistischer Kreise in Russland. In diesem ideologischen Milieu gibt es häufig eine Instrumentalisierung des Christentums, meistens in Verbindung mit der russisch-orthodoxen Kirche. Das Christentum wird dabei weniger als universale religiöse Botschaft verstanden, sondern vielmehr als Teil der russischen Identität und Kultur propagiert („russisch-orthodoxer Patriotismus“).
Ein Teil der Autoren und Leser von „Sawtra“ lehnt das westliche Christentum oder bestimmte moderne Entwicklungen in der russischen Kirche ab, während andere explizit christlich-orthodoxe Werte als identitätsstiftend und abgrenzend von westlichen Einflüssen betonen.
Ein häufiges Motiv ist die Verknüpfung von Religion, Nationalismus und einer antiwestlichen Haltung. Christliche Symbolik und Sprache werden genutzt, um die russische Nation und deren besondere geschichtliche „Sendung“ zu betonen – das eigentliche spirituelle Anliegen tritt dabei oft in den Hintergrund.
Alexander Prochanow ist ein prominenter russischer Publizist, Schriftsteller und Chefredakteur der Zeitschrift „Sawtra“. Er gilt als eine der Schlüsselfiguren der sogenannten „national-bolschewistischen“ oder „rot-braunen“ Strömung in Russland. Prochanow nutzt das Blatt „Sawtra“, um nationalistisches Gedankengut zu verbreiten.
Sein Verhältnis zum Christentum ist komplex:
Laut den verfügbaren Quellen nutzt Prochanow das russische Christentum und insbesondere die Symbolik und Werte der russisch-orthodoxen Kirche, um einen russischen Nationalismus ideologisch zu untermauern („Crossover in Moskau“ und DIE FURCHE). Das Christentum wird dabei weniger als universaler Glaube genutzt, sondern vielmehr in den Dienst einer spezifisch nationalen, zum Teil imperialen Idee gestellt — verbunden mit einer Ablehnung „westlicher“ Einflüsse und einer Glorifizierung einer russischen Sendung und Identität.
Ein Zitat hierzu aus der Jungle.World: Prochanow habe „in der Vergangenheit die Rote Armee als realen, das Volk einenden Mythos genutzt. Heute operiert er mit dem Mythos eines spezifisch russischen Christentums, das eng mit dem Reichsnationalismus verwoben ist.“
Insgesamt ist Prochanows Christentumsbild weniger spirituell-religiös motiviert, sondern stark politisch und identitär aufgeladen. Der Glaube dient als Mittel zur nationalen Mobilisierung und Abgrenzung gegenüber dem Westen.
Nach den verfügbaren Suchergebnissen ist die Russisch-Orthodoxe Kirche seit den 1990er Jahren immer stärker mit dem russischen Nationalismus verbunden. Mehrere Quellen beschreiben, dass die Orthodoxie in Russland zur Trägerin nationaler Identität geworden ist. Demnach gilt es in weiten Teilen der Bevölkerung als Merkmal eines „wahren Russen“, orthodox zu sein.
Die Kirche selbst und der russische Staat bilden seit den 1990er Jahren eine enge Allianz, wobei Staat und Kirche sich gegenseitig legitimieren. Die Orthodoxie dient in diesem Zusammenhang häufig als ideologisches Fundament für den Nationalismus und wird oft benutzt, um die Sonderstellung Russlands zu betonen und sich vom Westen abzugrenzen.
Insgesamt wird das religiöse Element also stark politisch aufgeladen und für nationalistische Zwecke instrumentalisiert. Der Glaube wird zur Stütze einer politischen Identität, die Religion und Nation eng miteinander verknüpft.

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